Wichtig gegen Hemmschwellen

So modisch und chic können bequeme Schuhe sein. Georg Seeßle führt in seinem Laden viele Modelle, die alle auch für Einlagen geeignet sind.© Brückner

(25.02.2014)
Georg Seeßle hält Messen wie die „Erding bleibt fit“ für unverzichtbar. Hier kann sich der Besucher unverbindlich informieren.

Erding – Seit 1986 ist der Orthopädie-Schuhmachermeister in Erding und betreibt sein Fachgeschäft „Seeßle Fußgesund“ in der Landshuter Straße. Die ersten fünf Jahre hatte er sich im Haus daneben eingemietet, aber 1991 den Neubau bezogen. Die Orthopädie-Schuhmacherei hat im Hause Seeßle eine lange Tradition, die im Jahr 1760 in Gundelfingen ihren Ursprung hat. Er kam nach Erding, weil sein Bruder zu Hause die Geschäfte übernommen hat. Mittlerweile betreibt Georg Seeßle eine Filiale in Dorfen und zwei in München. Er weiß, wovon er spricht, wenn er sagt, dass sich in den zurückliegenden Jahrzehnten viel geändert hat. Schon bei den Erdinger Gesundheitstagen war er vertreten, und mit Kollegen aus Freising auch schon auf Messen in Moosburg und in München. „Sie sind ein wichtiger Part, weil die Kunden vor Ort die Schuhe völlig unverbindlich in die Hand nehmen können und sehen, dass sie auch chic sind und bei weitem nicht die klobigen unschönen Teile, die sie von früher vielleicht kennen. Sie sehen, wie fein die Qualität bei Kompressionsstrümpfen ist, und dass es sie in allen möglichen Farben, wenn gewünscht auch in modischen Designs gibt.“ Auf der zweiten Gesundheitsmesse in der Stadthalle bietet Seeßle kostenlose Venenmessungen an und auch einen Fußscan kann der Besucher ohne Gebühr anfertigen lassen. „Die Füße sollen uns ein Leben lang tragen. Ebenso die Gelenke. Oftmals wird dies sehr vernachlässigt“, sagt er. Denn er weiß, dass Kunden oft erst zu ihm kommen, wenn Haltungsschäden bereits vorhanden sind und Gelenkersatz droht. In vielen Fällen sei dies vermeidbar, wenn rechtzeitig richtiges Schuhwerk zum Einsatz komme, so Seeßle. Einlagenträger etwa würden rund 50 Prozent weniger Verletzungen vom Knie abwärts erleiden. Und Einlagen könne man heute in nahezu jedem Schuh tragen. „Ich vergleiche das gerne mit einem Auto. Wenn da die Spur verzogen ist, fährt sich der Reifen einseitig ab. Ähnlich verhält es sich beim Gehen und Stehen“, weiß er. Jeder Spitzensportler trage Einlagen, aber es gelte, die Menschen darüber aufzuklären, welche Möglichkeiten es gebe, wie man mit recht einfachen Mitteln Lösungen finden könne. Er kann in seinem Geschäft auch den kompletten Rücken eines Klienten scannen und eventuelle Defizite sensomotorisch ausgleichen. Auch Diabeteskranken kann zum Teil geholfen werden. Nach Seeßles Meinung ließe sich ein großer Teil der 25.000 bis 40.000 Amputationen von Gliedmaßen jährlich alleine in Deutschland vermeiden. Gute orthopädische Schuhe kosten kein Vermögen. Für 100 bis 150 Euro kann man schon auf gesunden Füßen stehen. Seeßle achtet darauf, dass das Innenfutter in der Regel hell und vegan gegerbt ist, weil das Organ Haut am Fuß die größte Oberfläche auf kleinstem Raum bietet. Wichtig sei, wie viel Schadstoffe man da aufnehme, sagt er. Viele würden sich davor scheuen, den Laden in der Landshuter Straße zu betreten, dabei sei es sein tägliches Brot und das seiner Mitarbeiter. Ihnen ist nichts fremd und potenzielle Kunden müssten sich nicht schämen. Er beschäftigt ein qualifiziertes Team, ob in Erding oder in seinen Filialen. Alle können sehr gut beraten und tun dies auch bei der Messe „Erding bleibt fit“ gerne.